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From Iwanne Müller   1 February 1841

Tönning den 1 Februar 1841.

Theurer Ferdinand! —

Du glaubst nicht mit welcher Neugierde ich Deinen lieben Brief erbrach, um recht viel von der Maskerade zu hören. Es freut uns unendlich, dass Du dich so gut amüsiert, und so niedlich gewesen bist. Wenn man sich die Beschreibung von Deinem Anzug denkt, so hat es gewiss recht Maskeradenartig ausgesehen, aber ich fand den andern Anzug doch hübscher. Dass Hr Ernst sich durch seinen Anzug auszeichnen würde, habe ich schon vorher gesagt. Hat Dich niemand erkannt? Hast Du viel getanzt? — Hat Albertine viel getanzt? — Wird noch eine Maskerade? — Dies alles möchte ich noch gar zu gerne wissen. Hier wurde gesagt, dass unser König erlaubt hätte, dass auch in den Fasten Musick statt finden sollte. Das wäre ja prächtig. Die Schauspieler Hess und Hansens sind jetzt 8 Personen stark, und in Heide. Die werden nach Tönning kommen. Wozu ich mich ausserordentlich freue. —

Oncel wollte erst diese Woche nach Husum kommen, da aber die Wege so fürchterlich glatt sind, wird er die Reise vorbehalten. Tante sagte noch heute Morgen zu mir: wenn eine andere Maskerade in Husum zu stande käme, und die Wege nur irgend so gut wären, dass wir fahren [kön]nen, so soll ich auf jeden Fall mit. — Sagtest Du [dama]ls1 nicht Hr. Ernst hätte eine Braut? und dann tanzt er doch so zwischen alle herum, o da ist die Liebschaft aus. —

Die grosse Schachtel schicke ich das nächste mal mit, dann kann ich das Schachspiel und die Wäsche besser transportieren. — Unsere Bahn steht noch bei der Mühle. Es ist heute ein jämmerlicher Montag — 8 Mark habe ich und es ist Mittag. Hr. Paulsen sein Sohn ist heute bei uns geblieben. — Ich freue mich schon recht zum Sommer in 8 Wochen wird es doch schon etwas warm. — Zu Ostern backe ich feine Kuchen, da sollst Du auch recht viele abhaben. Es wird uns gewiss angenehm vorkommen, buntes Zeug zu tragen. Ich mag jezt wirklich kein schwarz mehr vor Augen sehen. — Du fragtest um etwas zu schnabulieren? Dein Wunsch wird wieder Dein Erwarten erfüllt, Tante hat noch einen kleinen Rest Pfeffernüsse von Weihnacht her für Dich aufbewahrt, es sind freilich nicht viele, Du musst fürlieb nehmen. — Pferdemarks wünsche ich mir gar nicht so gerne ich Dich mal hier hätte, dann wäre der Sommer beinahe schon wieder zu Ende und der rauhe Wintersmann käme schon wieder, nein, ich denke wir sehen uns zu der Zeit noch einmal mehr, erstens auf der Maskerade und 2ts im Jahrmarkt. — Nun muss ich schliessen, lieber Ferdinand, denn ich soll noch [...].2 Grossvater ist ganz munter. — er sagt: ich esse, trinke und schlafe, ist das nicht ein schönes Leben? — Lebe recht wohl, grüsse die dortigen Verwandten vielmal von uns so wie von Mertens und sei auch gegrüsst von

Deiner Dich liebenden Schwester

Iwanne Müller.

 

Mit der andern Wäsche bekommst Du wieder einen grossen Brief. — Adieu. — —

 
 
 

Tönning, 1 February 1841.

Precious Ferdinand,

You can't imagine with how much curiosity I tore open your dear letter,3 to hear as much as possible about the fancy dress ball. We are terribly glad that you enjoyed yourself so much and looked so pretty. When I imagine the description of your costume, it must have looked very much like fancy dress, but I still think the other costume would have been nicer. I told you so, that Mr Ernst would get a prize for his costume. Did anybody recognise you? Did you dance a lot? Did Albertine4 dance much? Will there be another fancy dress ball? I really want to know all this.

They were saying here that our King5 gave permission to have music during lent. That would be wonderful. The acting troupe of Hess and Hansen are now eight strong, they are in Heide at present. They are going to come to Tönning. I am so much looking forward to that.

At first Uncle6 intended to go to Husum this week, but because the roads are so terribly slippery he will put off the trip. Only this morning Aunt7 said to me: if there were to be another fancy dress ball in Husum and the roads are at all reasonable, I will certainly go with the party.

Didn't you say some time back that Mr Ernst has a fiancee? — and there he is dancing around with everybody. Oh dear, that will be the end of that love affair!

I will send the large box next time, I will be better able to transport the chess game and the laundry that way. Our ice rink is still open at the mill. Today is a miserable Monday, it's now midday and I have 8 Mark. Paulsen's son stayed with us today. I am really looking forward to summer, in eight weeks it will be getting a little warmer. I am going to bake lovely cakes for Easter, and you will get lots of them. I am sure we will find it pleasant to wear colours again.8 I really don't want to see any more black. You asked me for something to nibble. Contrary to your expectations your wish will be fulfilled. Aunt had put aside a few of the gingernuts from Christmas for you. It isn't much, but you will have to be content.

I don't wish at all for the horse market, as much as I would like to have you here for a little while. Because then the summer would be nearly over and rough Mr Winter coming round once again. Oh no — I think we will see each other before then: first at the fancy dress ball and then at the annual fair.

Now I'll have to close, dear Ferdinand, because I am still supposed to [...]9 Grandfather10 is quite chirpy, — he says: I eat, I drink, I sleep, isn't that a wonderful life?!

Now farewell, greetings to our relatives there from us and from Mertens, and greetings to you, too,

from your loving sister

Iwanne Müller.

 

You will get another long letter with the next laundry. — Adieu. —

Footnotes

[kön]nen ... [dama]ls MS damaged— torn off with seal.
illegible.
Letter not found.
Albertine Warder?
Christian VIII, King of Denmark.
Johann Ferdinand Mertens.
Magdalene Mertens.
They are wearing mourning for their mother Louise Müller who died 15 April 1840.
illegible.
Johann Georg Mertens.

Please cite as “FVM-00007,”εpsilon: The Ferdinand von Mueller Collection accessed on 21 July 2019, https://epsilon.ac.uk/view/vonmueller/letters/FVM-00007