12/9/84.
Nach Nouméa schrieb ich bereits, hochgeehrter Herr Grunow, dass ich mich sehr darauf freue, Sie in Melbourne persönlich begrüssen zu können, hoffend dass mein vielmonatliches Brustleiden mich nicht zwingen wird, gerade dann in einem wärmeren Innland-District zu weilen.
Meinem Assistenten habe ich aufgetragen, alsbald das jenige aus der Algensammlung meines Museums auszusuchen, welches wir Ihnen für die Vervollständigung Ihrer eignen Sammlung ablassen können. Selbstverständlich wird es mir sehr angenehm sein, aus Ihrer Hand auch Beiträge für die Regierungs Anstalt hier zu erlangen, wenn später Ihre Materialien durchgearbeitet sind.
Ihre Weltumreisung wird in der Algenkunde ebenso viel Epoche machen als die von dem berühmten Professor Harvey in 1854 & 1855. Seit dem Tode Sonder’s, der mein theuerster Freund in der Gelehrten Welt war seit 1845, bin ich mit Hr Prof. J Agardh in sehr reger Verbindung gewesen, – so weit es Algenforschung angeht. Absolut neue Formen kommen hier aber nur noch sehr selten vor, obwohl über die Formengrenzen geograph. Verbreitung und die Fruchtbildungen noch immer viel zu erlernen bleibt.
Auch der greise Prof Kützing hat bis in die neueste Zeit gütig an Desmidieen u verwandten Formen meiner Sammlungen gearbeitet; auch mit Hr Diaconus Schmidt bin ich in einiger Verbindung gewesen, da sein grosses Werk nun bald fortgesetzt wird.
Von Ihnen aber erwartet die Diatomeen-Kunde einen besonderen Aufschwung in Australien durch Ihr persönliches Hiersein.
Ihnen inmitten Ihrer grossen Erfolge das beste Wohlsein wünschend, bleibe ich
ganz der Ihre
Ferd. von Mueller.
12/9/84.
I have already written to Nouméa, highly esteemed Mr Grunow,1 that I look forward very much to be able to greet you personally in Melbourne, hoping that my many months of chest complaint will not compel me to stay just then in a warmer inland district.2
I have instructed my assistant immediately to look out from the algae collection of my museum that which we can spare for the completion of your own collection. Of course it will be very pleasing to me also to receive contributions for the government institution here from your hand, when later your materials are worked through.
Your circumnavigation of the globe will be just as epoch-making in algology as that of the famous Professor Harvey in 1854 and 1855.3 Since the death of Sonder, who was my dearest friend in the learned world since 1845, I have been in very active communication with Professor J. Agardh, as far as algal research is concerned. However, absolutely new forms occurr here only very rarely, although much still remains to be learned about the form boundaries, geographical distribution and the fructification.
Also the patriarchal Professor Kützing has up until recently kindly worked on desmids and related forms of my collection; also I have been in close connection with Deacon Schmidt, as his great work will now soon be continued.4
However, diatom studies will look forward to a particular upswing in Australia from you through your presence here.
Wishing you the best of health in the midst of your great success, I remain
your
Ferd. von Mueller
Please cite as “FVM-84-09-12a,” in Correspondence of Ferdinand von Mueller, edited by R.W. Home, Thomas A. Darragh, A.M. Lucas, Sara Maroske, D.M. Sinkora†, J.H. Voigt† and Monika Wells accessed on